Urologische Klinik und Poliklinik
des Universitätsklinikums Jena

Nierentransplantation

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Kontakt

Transplantationsbüro

Frau C. Reichert
Telefon: +49 3641 9-329920
Fax: +49 3641 9-329954

 


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Unser Team Nierentransplantation:
 v.l.n.r.: Dr. med. S. Foller (Oberärztin Urologie), J. Pröger (Sozialdienst), C. Reichert (Koordination), Dipl. psych. S. Raack (Psychosoziale Medizin und Psychotherapie), Y. Winkler (Fachärztin Urologie), Dr. med. M. Schlosser (Oberärztin Nephrologie), Sr.  E. Pforte (Fachkrankenschwester für Transplantationspflege)

 

Allgemeine Informationen

Unser Nierentransplantationszentrum wurde im Jahr 1991 gegründet. Zu diesem Zeitpunkt bestand eine Unterversorgung der Bevölkerung in Thüringen und Sachsen mit Transplantationseinrichtungen.
Ziele bei der Gründung waren:

  • die regionale Versorgung von niereninsuffizienten Patienten
  • die Nutzung des sozialen Umfeldes für Patienten, bei denen eine Nierentransplantation durchgeführt wurde
  • durch die Regionalisierung verbesserte Kontaktaufnahmen mit den vor- und nachbehandelnden nephrologischen Einrichtungen
  • kurze Ischämiezeiten zwischen regionaler Organentnahme und Transplantation
  • die Intensivierung der Organspendeaktivität als Voraussetzung adäquater Transplantationsaktivitäten
  • Lebendspende, insbesondere vor Eintritt der Dialysepflicht

Die bis 2011 ständig gestiegenen Zahlen der Organspende und Nierentransplantationsquoten sprachen für die erfolgreiche Umsetzung der bei der Gründung anvisierten Zielsetzungen.
Inzwischen hat sich das Nierentransplantationsprogramm mit zum größten Programm der neuen Bundesländer außerhalb Berlins entwickelt.
Durch die enge Kooperation zwischen den Kliniken für Nephrologie und Urologie unter Einbeziehung der anästhesiologischen, immunologischen sowie klinisch-chemischen Einrichtungen bestehen beste Voraussetzungen für eine hochqualifizierte Betreuung der Patienten. Wichtige Landmarken in der Entwicklung des Nierentransplantationszentrums Jena, in welchem 2013 das Jubiläum der 1.300. Nierentransplantation begangen wurde und über 100 Lebendspenden durchgeführt wurden, waren 1993 die erste Transplantation bei einem kindlichen Empfänger, 1996 die erste Nierenlebendspende, 1999 die Implementierung des Eurotransplant-Senior-Programms sowie 2008 die erste Blutgruppen-inkompatible Transplantation.
Insbesondere für Patienten über 65 Jahre wirkt sich die zumeist überdurchschnittliche Organspendebereitschaft in unserer Region positiv aus. Die regionale Organvermittlung im Eurotransplant-Seniorprogramm gewährleistet hier kurze Wartezeiten.
Für jüngere Patienten kann nur über die Nierenlebendspende eine relevante Verkürzung der inzwischen deutschlandweit im Mittel ca. 7-8 Jahre langen Wartezeit erreicht werden. Diese besitzt einen festen Stellenwert im Transplantationszentrum, alle verfügbaren Möglichkeiten inklusive Blutgruppen-inkompatibler Transplantation werden angeboten.  
Seit vielen Jahren werden alle deutschen Transplanationszentren durch die Bundesgeschäftsstelle für Qualitätssicherung (Aqua-Institut GmbH) fortlaufend evaluiert. Dabei werden dem Jenaer Nierentransplantationsprogramm regelmäßig beste Ergebnisse bescheinigt. So betrug die primäre Funktionsrate nach Transplantation stets >80%, nach Nierenlebendspende >90%, die Nierenfunktionsrate für alle Patienten liegt nach einem Jahr bei ca. 83%. Operative Komplikationen wurden hingegen selten beobachtet. In der Regel werden die Patienten bereits nach 10 Tagen in die Klinik für Innere Medizin verlegt und kurze Zeit später entlassen.

 

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Abb.) Entwicklung der Nierenwarteliste und der Nierentransplantationen in Jena (Stand 31.12.2016)

 

 

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Ratgeber für Patienten

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten!

Mit den folgenden Zeilen möchten Ihnen die Schwestern und Pfleger des Nierentransplantationszentrums (NTZ) einen Leitfaden in die Hand geben, der Sie auf die bevorstehende Nierentransplantation vorbereiten soll.

Die Verfasser dieser Zeilen möchten erreichen, dass der transplantierte Patient lernt, Behandlungs- und Pflegemaßnahmen zu verstehen und dadurch befähigt wird, aktiv zum Erfolg der Transplantation beizutragen.

Darüber hinaus soll der an einer Nierentransplantation interessierte Dialysepatient über die Vorbereitung und Durchführung der Transplantation, die Betreuung nach der Operation und die medikamentöse Therapie aufgeklärt werden.

Die Steigerung der Transplantationserfolge in den letzten Jahren ist vor allem auf die gezielte Auswahl und eine optimale Vorbereitung der Transplantatempfänger zurückzuführen. Durch umfangreiche Untersuchungen vor der Transplantation kann entschieden werden, ob ein Patient für eine Transplantation geeignet ist, welche Risikofaktoren vorliegen oder inwieweit die Dialysebehandlung der Transplantation vorzuziehen ist.

Möglicherweise sind Sie in Ihrer Entscheidung als Betroffener durch Gespräche mit Dialysepatienten oder Erfahrungen von bereits Transplantierten beeinflusst worden.

Da nur selten die Transplantation der Niere eines verwandten Lebendspenders möglich und die Anzahl der zur Verfügung stehenden Organe weiterhin unzureichend ist, vergehen bis zur Transplantation Wartezeiten, die derzeit in Deutschland ca. sieben Jahre betragen. Die Unterstützung durch die Familie oder nahestehende Freunde ist gerade für diese Wartezeit von großer Bedeutung.

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Die Zeit des Wartens

Vor dem Anruf

Nach dem alle vorbereitenden Untersuchungen abgeschlossen sind, heißt es warten und Geduld haben. Während der Wartezeit sollten Sie ständig erreichbar sein.

  • Hinterlassen Sie die wichtigsten Telefonnummern in Ihrem Dialysezentrum (z.B. die von Freunden, Verwandten und möglichen Aufenthaltsorten).
  • Handy zulegen
  • Anrufbeantworter mit Fernabfrage
  • Kauf eines Eurosignalgerätes

Die Vorbereitung

Wir empfehlen Ihnen, alle persönlichen Sachen, welche Sie für einen Klinikaufenthalt benötigen, bereit zu stellen. Dazu gehören:

  • Bademantel, Hausschuhe, Jogginganzug
  • Kulturbeutel, Zahnpflegemittel
  • Brille, Prothesen, Rasierzubehör
  • Medikamentenliste und Medikamente
  • Telefonnummern der nächsten Angehörigen
  • Allergiepass, Röntgenpass

Nach dem Anruf

Über das Dialysezentrum oder das Transplantationszentrum erhalten Sie die Nachricht, sobald ein geeignetes Spenderorgan für Sie zur Verfügung steht. Ruhe bewahren!

  • Ab sofort nichts mehr essen und trinken.
  • Fahren Sie bitte nicht selbst mit dem PKW ins Krankenhaus. Lassen Sie sich von einem Angehörigen, einem Taxi oder dem Krankentransport fahren.
  • Bei Minderjährigen ist die Begleitung eines Erziehungsberechtigten unerlässlich

Die Zieladresse lautet:
Klinik und Poliklinik f. Urologie am Universitätsklinikum Jena
(Standort Lobeda)
Station A340 (Block A3, 4. OG)
Am Klinikum 1
07747 Jena
Telefon +49 3641 9-326343

Sollten Sie zu diesem Zeitpunkt erkältet sein, möglicherweise Fieber haben, teilen Sie das bitte Ihrem behandelnden Arzt mit. Er muss dann entscheiden, ob die Transplantation möglich ist.

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Vor der Operation

Stationäre Aufnahme

Nach dem Eintreffen im Transplantationszentrum werden Sie von einer im Umgang mit nierentransplantierten Patienten erfahrenen Schwester/einem Pfleger begrüßt. Es wird Ihnen die Station vorgestellt und ein Zimmer zugewiesen.

Als erstes wird Ihnen eine Flexüle gelegt, um Blutwerte kontrollieren zu können. Die Flexüle wird bis nach der Operation erhalten.

Um Zwischenfälle während der Operation zu verhindern, ist bei einem Werteanstieg eine Dialyse unmittelbar vor der Transplantation nicht auszuschließen.

Vom Pflegepersonal werden

  • Körpertemperatur, Gewicht, Puls und Blutdruck überprüft
  • ein EKG geschrieben
  • eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes in Vorbereitung auf die Narkose durchgeführt.
  • das Operationsgebiet rasiert
  • Antithrombosestrümpfe zur Prophylaxe angezogen

Patienten, die bisher Peritonealdialyse durchführten, müssen vor der Operation das Dialysat ablassen.

Das Aufnahmegespräch

Das anschließende Aufnahmegespräch und die Operationsaufklärung führt der diensthabende Arzt durch. Erst wenn alle Blutbefunde, insbesondere die Gewebetypisierung vorliegen, darf mit der Transplantation begonnen werden.

Die Transplantation

Sie erhalten über die Flexüle bereits vor der Operation ein Medikament, welches Ihr Immunsystem hemmt, um Abstoßungsreaktionen zu verhindern. Zum Schutz gegen Infektionen erhalten Sie zusätzlich ein Antibiotikum. Eine Nierentransplantation dauert etwa zwei Stunden. Nachdem die Gefäßverbindungen an Arterie und Vene hergestellt sind, wird der Harnleiter des Transplantats durch einen Stent geschient und in die Blase eingepflanzt. Eine Drainage wird durch die Bauchwand neben der Niere angelegt. Über diese Drainage entleert sich nach der Operation Wundsekret. Die Operationswunde wird mit Nähten verschlossen und durch einen sterilen Verband abgedeckt. Durch einen in die Blase eingelegten Verweilkatheter wird der Urin in einen Auffangbeutel geleitet.

Zu Beginn der Operation erhalten Sie einen zentralen Venenkatheter. Dieser wird in der Regel am Hals angelegt und ermöglicht so

  • Flüssigkeitsgabe
  • Medikamentengabe
  • Blutentnahmen
  • Messung des ZVD (Zentraler Venendruck)

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Nach der Operation

In den ersten vierundzwanzig Stunden nach der Operation erfolgt ein engmaschiges postoperatives Überwachungsprogramm. In den ersten Tagen sind Sie auf unserer Intermediate-Care-Station (IMCII) untergebracht.

Herz-Kreislauf-Überwachung

Ihr Blutdruck, Puls, EKG, Körpertemperatur, ZVD, Sauerstoffgehalt im Blut werden über vierundzwanzig Stunden kontinuierlich überwacht. Bei stabilen Kreislaufverhältnissen kann das Monitoring nachfolgend großzügiger gehandhabt werden.

Flüssigkeitszufuhr

Sie erhalten ungefähr ein bis zwei Tage Flüssigkeit über den ZVK (Zentraler Venenkatheter). Die Infusionsmenge richtet sich nach dem Wasserhaushalt in ihrem Körper (ZVD). Durch die Gabe von Infusionen lassen sich die Flüssigkeitsmenge regulieren und auch der Kaliumwert senken.

Urinausscheidung

Die Bildung von Urin durch die Transplantatniere muss nicht sofort einsetzen. Ungefähr sechzig bis achtzig Prozent der transplantierten Nieren beginnen mit ihrer Funktion innerhalb der ersten zehn Tage. Lassen Sie sich bitte nicht entmutigen, wenn Ihre Niere nicht sofort arbeitet!!

Kostaufbau

Bereits sechs bis acht Stunden nach der Operation erhalten Sie schluckweise Tee. Wenn Ihnen der Tee gut bekommt, reicht man schon bald eine leichte Mahlzeit in Form von Milchsuppe oder einer klaren Brühe mit Weißbrot (Suppen oder Joghurt werden immer in die Trinkmenge eingerechnet). Mit zunehmender Funktionstüchtigkeit der Transplantatniere kann die Trinkmenge gesteigert werden.

Grundsätzlich gilt: Einfuhr = Ausfuhr + 500 ml pro Tag

Mobilisation

Bereits wenige Stunden nach der Transplantation dürfen Sie mit Hilfe des Pflegepersonals erste Versuche unternehmen, sich hinzusetzen oder aufzustehen. Durch frühzeitige Mobilisation beugt man der Entstehung von Embolien oder Thrombosen als mögliche postoperative Komplikation wirksam vor. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß die Antithrombosestrümpfe so lange wie Sie Heparin gespritzt bekommen, getragen werden sollen, und zwar bis zum zehnten postoperativen Tag.

Atemgymnastik

Um der Entstehung einer Lungenentzündung entgegen zu wirken, führen wir neben einer frühzeitigen Mobilisation auch eine gezielte Atemgymnastik durch. Dieses Atemtraining wird durch „Beutel pusten“ oder den Einsatz spezieller Atemgeräte, von Mitarbeitern der Abteilung Physiotherapie mit Ihnen durchgeführt.

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Hinweise nach der Transplantation

Die Medikamenteneinnahme

Die Medikamenteneinnahme setzt unmittelbar vor der Transplantation ein und muß ständig fortgeführt werden. Bei den immunsuppressiv wirkenden Medikamenten, welche Sie in Tablettenform regelmäßig einnehmen müssen, handelt es sich um äußerst wirksame Medikamente, die zu einer Herabsetzung der Köperabwehr führen. Diese verminderte Körperabwehr ist erwünscht, weil hierdurch Abstoßungsreaktionen verhindert bzw. behandelt werden können. Leider werden durch die Einnahme der Medikamente zugleich auch andere Köperabwehrmechanismen beeinträchtigt. Somit wird Ihr Körper „infektanfälliger“.

Komplikationen nach der Transplantation

1. Infektionen

Häufige Infektionsquellen sind:

  • die Harnwege
  • die Zähne
  • die Nasennebenhöhlen

Durch gründliche Körperpflege sowie intensive Zahn- und Mundhygiene können Sie das Infektionsrisiko senken.

2. Abstoßungsreaktionen

Symptome sind:

  • Rückgang der Urinproduktion,
  • Unwohlsein, Fieber
  • Schmerzen im Transplantatbereich
  • Anstieg der Retensionswerte im Blut (Kalium, Kreatinin, Harnstoff)
  • Anstieg der Entzündungsparameter im Blut (CRP)

Sollten sich vor allem nach der Entlassung aus dem Krankenhaus vorab beschriebene Symptome zeigen, suchen Sie bitte umgehend ihren Nephrologen auf oder melden Sie sich bitte im Transplantationszentrum.

Verlegung

Nachdem die Operationswunde weitestgehend verheilt ist, werden Sie am zehnten Tag nach der Operation in die Klinik für „Innere Medizin“, auf die “Nephrologie Station A240“ (unsere Nachbarstation) verlegt.

Bis zum Tag Ihrer Entlassung müssen:

  • die genaue medikamentöse Einstellung
  • die Festlegung der Immunsuppression
  • die Blutdruck-Regulierung
  • die Kontrolle der Transplantatfunktion
  • die Einleitung des Nachsorgeregimes

vorgenommen werden.

Anschrift und Telefonnummer:
Innere Medizin III, Nephrologie Station A240
Universitätsklinikum Jena
(Standort Lobeda)
Am Klinikum 1
07747 Jena
Telefon: +49 36 41 9-326821

Nach sechs bis acht Wochen erhalten Sie einen Kontrolltermin in der Urologischen Poliklinik. An diesem Tag wird die Harnleiterschiene entfernt. Bis dahin ist es für Sie sehr wichtig, die Harnblase alle 1,5 bis 2 Stunden zu entleeren, auch dann wenn Sie keinen direkten Harndrang verspüren.

Das gesamte Team der Urologischen Klinik wünscht Ihnen für den weiteren Verlauf alles Gute.

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Dialyse

Sollte während des Behandlungsverlaufes eine Dialyse notwendig werden, betreuen Sie die Schwestern von der Akutdialyse in der Urologischen Klinik als auch in unserem Dialysezentrum.

Falls Sie CAPD-Patient sind, müssen Sie unmittelbar vor der Transplantation das Dialysat ablaufen lassen. Im Anschluß daran können die Vorbereitungen für die bevorstehende Transplantation durchgeführt werden.

 






Kontakt

Poliklinik (Anmeldung)
Telefon: +49 3641 9-329932

Bettenkoordination stationär
Telefon: +49 3641 9-329904

Chefsekretariat
Frau Nora Hesse
Telefon: +49 3641 9-329901

in dringenden Notfällen
Telefon: +49 3641 9-329917

 

Adresse

Klinik und Poliklinik für Urologie Universitätsklinikum Jena

Prof. Dr. M.-O. Grimm

Am Klinikum 1

07747 Jena

 


Hodentumor

 

Unsere Klinik ist eines der Zweitmeinungszentren für Hodentumore.

Holen Sie eine Zweitmeinung zur Festlegung der Therapie bei Hodentumoren ein. Dieses Projekt wird gefördert durch die Deutsche Krebshilfe.

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